Machen sie einen Streifzug durch die
Jahrhunderte der Weinkultur im Rheingau: Beginnen Sie
ihre Tour durch die bedeutendsten Klöster des
Rheingaus in einem der eindrucksvollsten Denkmäler mittelalterlicher
Klosterbaukunst in Europa. Hierzu gehört zweifellos die
ehemalige Zisterzienserabtei Kloster Eberbach, das Bernhard von
Clairvaux
1136 gründete. Mit dem Auto fahren sie etwa 20 Minuten entlang
des Rheins in Richtung Eltville und durch die Weinberge bis sie
zur Klosteranlage gelangen.
Die weitläufige Anlage mit ihren romanischen und frühgotischen
Innenräumen wurde vor einigen Jahren einem weltweiten Publikum
als Schauplatz der Verfilmung von Umberto Ecos "Der Name der
Rose" bekannt. Doch seine eigentliche Weltgeltung verdankt
Eberbach den Mönchen, die den Weinbau über 700 Jahre
kultivierten. Im Mittelalter betrieb Kloster Eberbach das florierendste
Weinhandelsunternehmen der gesamten Welt. Bis heute zeugen die
zwölf historischen Weinpressen im Laienrefektorium von den
enormen Erträgen der klösterlichen Anbaugebiete. Das
Abteimuseum informiert Sie ausführlich über die Geschichte
der Abtei und den Zisterzienserorden.
Weiter geht ihr Weg in Richtung
Geisenheim zum Kloster Marienthal. Das Kloster Marienthal ist
eine der ältesten Wallfahrtsorte
von Deutschland. Über die Entstehung ist Folgendes bekannt:
Im Jahr 1309 kam der erste Wallfahrer nach Marienthal, kniete vor
dem Marienbilde nieder und bat die Mutter des Herrn um Hilfe. Er
hatte das Augenlicht verloren, keiner konnte ihm helfen. Als er
vor dem Marienbild niederkniete, wurde er erhört und konnte
sehen. Genießen sie die Ruhe und Entspanntheit des Besinnungsweges
der direkt hinter der Klosterkirche beginnt.
Die dritte Station
auf ihrer Tour führt zurück nach
Rüdesheim zur Abtei St. Hildegard. Sie liegt oberhalb von
Eibingen inmitten der Weinberge und bietet einen herrlichen Blick
auf den Rhein und die Rochuskapelle. Hildegard von Bingen gründete
das Kloster Anno 1165 und wurde die erste Äbtissin. Im Dreißigjährigen
Krieg fielen die Schweden über das Kloster her. Der neuromanische
Bau, den wir heute sehen, stammt aus dem Jahre 1904.
Wie alle Benediktinerinnen
leben auch die Schwestern in St. Hildegard nach jenen Ordensregeln,
die über 1400 Jahre alt sind, und
auf den hl. Benedikt zurückgehen. Geprägt von Gottesliebe
und Menschlichkeit, von österlicher Glaubensfreude und einem
nüchternen Wissen um die Menschen, ist sie in ihren wesentlichen
Aussagen auch heute noch unverändert und aktuell.
Die hl. Hildegard
ist weltberühmt. 1998 feierte man ihren
900sten Geburtstag.
Ein eigenes Weingut, Kunst- und Buchhandlung und eine Goldschmiede
sind die wirtschaftliche Grundlage für das Kloster. Neben
Wein stellen die 58 Schwestern auch Dinkelprodukte, Weingelee,
Liköre und Kerzen her.
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