Bad
Kreuznach liegt ca. eine halbe Autostunde von Rüdesheim
entfernt im rheinhessischen Hinterland auf der anderen Rheinseite.
Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln – verbunden
mit einer Fahrt der Personenfähre von Rüdesheim nach
Bingen – können Sie die etwa 45.000 Einwohner zählende
Metropole im Nahetal zwischen rheinhessischem Hügelland,
Hunsrück und Pfälzer Bergland erreichen. In diesem
Fall sollten Sie für Ihren Ausflug– um nicht unter
Zeitdruck zu geraten – einen ganzen Tag einplanen.
Die klimatischen Vorzüge der Kreuznacher Bucht wussten wahrscheinlich
schon Menschen vor 100.000 Jahren zu schätzen: So alt ist vermutlich
ein Faustkeil, der im heutigen Stadtgebiet gefunden wurde. Ein erstes
Dorf errichteten an selber Stelle wohl keltische Siedler, von denen sich
der latinisierte Name „Cruciniacum“ ableitete.
Auch die Römer – die von etwa 50 v. Chr. bis zum Ende des
4. Jahrhunderts in Bad Kreuznach siedelten – drückten der
großen Kreisstadt ihren Stempel auf. Von ehemaligen Gutshöfen
und prachtvollen Villen mit allem Komfort der Antike sind noch zwei Mosaikböden
erhalten, die im sehenswerten Museum der Stadt ausgestellt sind. Nach
den Römern erstand bereits im 4. Jahrhundert ein Kastell, Anfang
des 13. Jahrhunderts bauten die Grafen von Sponheim eine Burg. Neben
dieser gibt es allerdings noch viele zusätzliche Sehenswürdigkeiten
der Stadt: Vor allem die Industrialisierung und die Kur – wahrscheinlich
haben schon die Kelten aus den salzhaltigen Quellen der Gegend Salz gewonnen – ermöglichten
der Stadt ab dem 19. Jahrhundert nach vorangehenden Jahrhunderten der
Entbehrungen, der Katastrophen und Kriege – im 30-jährigen
Krieg wurde die Stadt mehrfach erobert und die Kauzenburg über Bad
Kreuznach zerstört – einen immensen Aufschwung.
Zur Besichtigung laden neben der schön an der Nahe gelegenen Altstadt
zwischen Kornmarkt und Eiermarkt vor allem das Kurhaus, das zur Saunalandschaft
umgebaute Bäderhaus und das erweiterte Thermalbad ein. In der Pauluskirche
wurde 1843 Karl Marx mit Jenny von Westphalen getraut.
Die Brückenhäuser – erstmals 1495 erwähnt und auf
den Pfeilern der 1300 erbauten Alten Nahebrücke erbaut – sind
heute das sehenswerte Wahrzeichen der Stadt. In unmittelbarer Bahnhofsnähe
befindet sich zudem die St. Nikolauskirche, 1250 von einem Sponheimer
Grafen gestiftet und 1281 dem Karmeliterorden geschenkt, ist sie auch
heute noch ein bedeutsames Zeugnis der mittelalterlichen, mittelrheinischen
Baukunst.
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